Eurovercity startet nächstes Jahr vom 30. Mai bis 02. Juni mit einem neuen Konzept seine Festivallaufbahn. Wir sprachen mit den Organisatoren des neuen Festivals über ihre Vision und worum es bei Eurovercity geht.

Worum genau dreht es sich bei Eurovercity und was ist eure Vorstellung vom Festival?

Eurovercity: Eurovercity ist nicht nur ein Festival – es ist eine Vision. Die Vision eines vereinten Europas, bei der Menschen unterschiedlichster Nationen zusammenkommen, um gemeinschaftlich für eine Generation Europa zu stehen. Eine Vision, die vor kurzem 700.000 Menschen in London und 250.000 in Berlin geteilt haben, die aber in der Öffentlichkeit viel zu wenig Gehör findet. Bei Eurovercity geht es darum zu zeigen, dass durch Austausch und Solidarität stets mehr gewonnen wird, als durch Abgrenzung.

An diesem Ort können die Teilnehmer nicht nur andere Kulturen kennen- und lieben lernen, sondern auch endlich ihre Meinungen austauschen, um die Probleme der anderen zu verstehen und in Workshops Ideen für ein besseres Europa entwickeln. Verschiedenste Städte, vertreten durch ihre Universitäten und Studentenclubs, sowie auch Künstler, DJs und vor allem die Teilnehmer treten zusammen und bilden ein gemeinsames großes Ganzes: „Euro“, „Diversity“ und „City“ bilden die Eurovercity.

Was unterscheidet euer Festival vom „Rest“?

EVC: Beim Eurovercity Festival dreht es sich nicht nur um die Musik. Im Vordergrund steht vor allem der kulturell/ wissenschaftliche Austausch zwischen den Teilnehmern, welche aus den unterschiedlichen Regionen Europas stammen, sowie der Diskurs über die wichtigsten Themen für die Zukunft unseres Kontinents. Dazu bietet das Festival eine breites (Tages)angebot , bestehend aus Vorträgen und Workshops zu spannenden Themen, Ausstellungen wissenschaftlicher Projekte, bis hin zu einem Kino für Indie Filme.

Es soll sich ausgetauscht, gestritten und diskutiert werden. Gemeinschaft entsteht durch gemeinsame Erlebnisse und Erinnerung und noch viel mehr durch gemeinsame Projekte. Daher freuen wir uns über viele Gäste und Mitwirkende aus ganz Europa.

Welche Sicht habt ihr auf die Festivallandschaft in Europa, was findet ihr gut und was nicht?

EVC: Die Festivallandschaft ist in den letzten Jahren unglaublich gewachsen. Es gibt überall spannende und tolle Festivals mit hochkarätigen Line Ups. Wir hingegen wollen bei unserem Festival neben einigen bekannten Gesichtern vor allem Künstler präsentieren, welche unsere Vision von einem vereinten Europa teilen und die Vielfalt des Kulturraums Europa wiederspiegeln. Was uns von den anderen Festivals abhebt, ist, dass wir den Gästen auf unserem Festival ein Forum bieten möchten, um sich über verschiedenste Themen zu informieren und auszutauschen.

Darüber hinaus wollen wir Clubs, die durch die vielen Festivals in den Sommermonaten zunehmend unter Druck geraten, dazu einladen, sich und ihre Stadt zu präsentieren, indem sie mit eigenen Bühnen, ihren DJs oder in anderer Form Teil des Festivals werden. Die Stadt Halle geht hier als Vorreiter vorweg, indem die dortige Clublandschaft durch den Turm, das Charles Bronson und die Station Endlos geschlossen auf dem Festival vertreten sein wird.

Hinzu kommt, dass wir, im Gegensatz zu anderen Festivals keine direkte Trennung von Festivalgelände und Campingplatz vorsehen, wodurch sich das ganze Gelände in eine Stadt mit vielen kleineren und größeren Aktivitäten verwandelt: The EuroverCITY.

Spielt europäische Politik eine Rolle in Bezug auf das Festival, wenn ja welche?

EVC: Wir sehen Eurovercity als eine Plattform für Menschen, die etwas zu einem Diskurs über die Zukunft Europas beizutragen haben und die Interesse daran haben, sich zu bestimmten Themen auszutauschen. Mit dem Projekt an sich soll natürlich ein politisches Zeichen setzen: für Frieden, für Solidarität und Freiheit in Europa. Es ist natürlich erwünscht, dass auch konkrete tagespolitische Themen aufkommen und diskutiert werden. Sei es auf dem Campingplatz mit den Zeltnachbarn beim kühlen Bier oder im Rahmen der zahlreichen Programmpunkte.

Als Location habt ihr euch den Flugplatz in Großenhain ausgesucht, warum ist genau das der passende Ort für euer Vorhaben?

EVC: Zunächst einmal bietet das Gelände des Flugplatzes Großenhain für uns als junges Team sehr gute Produktionsbedingungen, da wir unsere Ideen dort frei umsetzen können. Darüber hinaus sind wir in Dresden gut vernetzt und wissen, dass es dort viele engagierte Menschen gibt, die für neue Projekte offen sind. Die eigentliche Frage lautet also: Warum nicht in Dresden? Der Flughafen in Großhain in der bietet sich allein schon von der Lage her an.

Dresden liegt sehr zentral in dem was wir als Europa ansehen, zwischen Atlantik und Ural, Nordkap und Sizilien. Weiterhin ist durch den Flughafen Dresden und die anliegenden Bahnverbindungen eine optimale Erreichbarkeit gegeben. Ein Beispiel: mit dem EuroCity von Dresden ist man innerhalb von 25 Std. durch Tschechien, Slowakei, Ungarn und Rumänien nach Bukarest gefahren.

Welche Musikstile werden beim Festival vertreten sein und habt ihr schon erste Künstler mit ins Boot holen können?

EVC: Es gibt bei uns nicht den einen Musikstil, für den das Festival stehen wird, denn auch hier wollen wir wieder darauf hinweisen, dass Vielfalt etwas Positives ist. Auf den unterschiedlichen Bühnen werden eine Reihe von Musikrichtungen wie: Techno, Electro, Alternative Rock, Pop, Indie und HipHop vertreten sein. Es wird eine Bühne geben, die zusammen mit der bereits erwähnten Station Endlos aus Halle entstehen wird, auf der 4 Tage durchgängig Techno/House/Electro gespielt wird. Bands aus vielerlei Ländern und Live Acts werden auf der Mainstage unterhalten. Darüber hinaus wird es eine Bühne geben, die von studentischen DJs aus den unterschiedlichen Unistädten bespielt werden wird. Wir wollen hier gar nicht versuchen durch ein namenhaftes Line Up mit den großen Festivals mitzuhalten, das wäre ohnehin unmöglich, vielmehr wollen wir mit Künstlern zusammenarbeiten, die hinter der Vision stehen, die ihr Land auf dem Festival repräsentieren und mit uns ein Zeichen setzen für Europa wollen.

Man kann sich für das Eurovercity als Sponsor beteiligen bzw. seine Produkte vorstellen. Fungiert das Festival quasi auch als eine Arte Messe für junge Leute/Studenten? Und in welcher weiteren Art kann man sich beim Festival aktiv beteiligen?

EVC: Im Gegensatz: Es ist uns wichtig, dass Eurovercity ist nicht als Messe angesehen wird, sondern vielmehr als ein Forum, welches den Austausch von Wissen und Kultur ermöglicht. Jedermann soll die Möglichkeit erhalten seine Stadt, seine Uni, seine Region oder auch einfach nur sein eigenes Projekt zu präsentieren (und ein Feedback zu erhalten.) Wir sind dabei für jede Idee offen und werden alles daran setzen diese gemeinsam umzusetzen.

Natürlich können wir jede Unterstützung gebrauchen und freuen uns deshalb auch über jede Art von Hilfe und Anregungen. Jene Supporter/ Förderer können auf der Veranstaltung zeigen, dass sie ebenso für unsere Vision eintreten und sich für ein gemeinschaftliches/ solidarisches Europa einsetzen.

Wann startet der Vorverkauf, was wird ein Ticket kosten und was ist alles inklusive?

EVC: Mitte Dezember 2018, ca. 70 € incl. Camping (keine Trennung zwischen Festival Gelände).

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